Erfolgreiche Gemeinschafts­produktion

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Der G90 von M.A.N. und VW taucht bis heute auf den Straßen auf

Betrachtet man den G90 aus familiären Gesichtspunkten nimmt der Transporter in der MAN-Familie den Platz des Ur-Ur-Ur-Grossvaters des MAN TGL ein.

Einer 1977 zwischen M.A.N. und Volkswagen gestarteten Kooperation in der Nutzfahrzeugklasse von 6 bis 9 Tonnen verdankt das Fahrzeug seine Geburtsstunde. M.A.N. sah darin eine Chance, sein Lkw-Programm nach unten, VW die Möglichkeit, das Nutzfahrzeugportfolio nach oben abzurunden. Beide Unternehmen waren an der Entwicklung und Produktion beteiligt und teilten sich auch die Vertriebsfunktionen. Von grossem Nutzen waren dabei die Erfahrung im Transporterbau, über die Volkswagen bereits verfügte, sowie das eng geknüpfte Vertriebs- und Servicenetzwerk im In- und Ausland.

Die Produktion kann starten

Nachdem im März 1978 das Bundeskartellamt seine erforderliche Genehmigung für die Zusammenarbeit gegeben hatte, investierten beide Unternehmen zweistellige Millionenbeträge in ihre Produktionsstätten: VW in Hannover, M.A.N. in Salzgitter und Nürnberg. Los ging es mit zwei Modellen, dem Sechstonner 6.90 und dem Achttonner 8.90. Die Fahrerkabine mit Kippmechanik, das Fünfgang-Synchrongetriebe, die Hinterachse mit Getriebe sowie Federung und Elektronik der Gemeinschaftsreihe stammten von Volkswagen. M.A.N. steuerte das Fahrgestell, die Konstruktion des Motors, die Vorderachse einschließlich Federung und Lenkung der Bremsen und Räder sowie die Pritsche in Sonderausführung und den Kipper bei. Die Endmontage erfolgte zu einem Viertel im M.A.N.-Werk Salzgitter, zum größten Teil aber im Volkswagen-Transporter-Werk in Hannover.

«Natürlich spiegelte sich die Kooperation auch auf dem Kühlergrill der Fahrzeuge wider: Hier erschienen beide Firmenzeichen in gleichberechtigter Position.»

Die ersten Fahrzeuge der Gemeinschaftsreihe wurden 1979 auf dem Genfer Autosalon angekündigt und im selben Jahr auf der IAA in Frankfurt vorgestellt.

Variantenreich bis zum G90

Variantenreich präsentierte sich der «M.A.N.-VW» als Pritschenwagen, Kipper und mit diversen Sonderaufbauten, und war hauptsächlich in der Baubranche, im Verteilerverkehr und im Kommunalbereich zu finden. 

1981 wurde die Produktpalette noch um Allradfahrzeuge ergänzt, die entscheidend zum guten Ruf der G-Reihe beitrugen. Besonders beim Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr sowie als robustes Militär- und Expeditionsfahrzeug erfreute es sich großer Beliebtheit.Ab 1982 lief die komplette Produktion im M.A.N.-Werk. 

1987 benannte man die leichten Lkw in Anlehnung an die schwere Reihe F90 in G90 um. Im Herbst 1993 lief die Gemeinschaftsreihe schließlich aus. Bis dahin hatten rund 72.000 Exemplare des M.A.N.-Volkswagens das Werk verlassen. Vereinzelt ist er auch heute noch auf den Strassen anzutreffen.

Hinweis: Informationen und Bilder stammen zum Teil aus dem Historischen Archiv der MAN Truck & Bus SE