Immer sachte kippen!

Sicher entladen mit den Tipps der Profis

„Richtiges Kippen beginnt bereits beim Laden“ weiß Andreas Griem, Trainer bei MAN ProfiDrive®. „Am besten verfolgt ihr vom Bauaufstieg aus, dass der Kipper gleichmäßig gefüllt wird“, so der Trainingsexperte. Eine ungleiche Beladung kann dazu führen, dass die Ladung beim Abkippen nicht gleichmäßig abrutscht. Diese Gefahr besteht übrigens auch bei Ladegut, das angefroren ist oder klebt, wie etwa Lehm oder Ton. Vor dem Abkippen Boden prüfen: Das Fahrzeug sollte auf möglichst festem Untergrund stehen und sofern möglich die Luftfederung am Auflieger abgesenkt werden.

„Die Bordwand muss sich frei öffnen können. Des Weiteren können ungleicher Reifenluftdruck, starker Seitenwind – vor allem bei Volumenkippern –, aber auch fehlende oder falsch gesteckte Bolzen zu schweren Schäden führen“, warnt Griem. So weit wie möglich gerade stehen, lautet also die Devise für die Sattelzugmaschine: Steht sie abgeknickt, verringert sich die Standsicherheit massiv.

Während des Kippens muss der Fahrer den Vorgang über die Spiegel im Blick behalten.

Auch nach dem Kippvorgang heißt es, aufmerksam zu bleiben!

Nach dem Abladen muss die Kippbrücke vor Abfahrt erst vollständig abgesenkt werden. „Natürlich kann es sein, dass ihr kurz vorziehen müsst, um die Abladestelle frei zu machen – dann aber bitte langsam und vorsichtig“, mahnt der Profi.

Diese Probleme können bei einer Fahrt mit angehobener Brücke auftauchen:

  • Hängenbleiben an Brücken, Bäumen, Kabeln
  • Sehr hoher Schwerpunkt: „Stellt euch eine zehn Meter lange Kippbrücke voll angehoben vor, da ist die obere Kante locker acht Meter über der Fahrbahn; und jetzt kommen wir mit einer Fahrzeugseite in eine Rinne“, beschreibt Griem ein mögliches Szenario
  • Die Kräfte, die wir beim Fahren in den Fahrzeugrahmen einleiten: Das meiste Gewicht liegt auf den Drehgelenken hinter der letzten Achse